8 Stunden früher...

Saturday, November 04, 2006

4 1/2 Tage Herbstferien ( 11.-15.10)!!!
eine Nacht im Luxor, eine Nacht im Greyhound und 2 Nächte bei Audreys chinesischem Onkel in Orange Country

Noch eine Stunde Unix und dann nichts wie los zum Flughafen! Marco hatte meinen Mikrobiozettel morgens in der Uni schon mit seinem "Vegas Baby!" verziehrt. Seit Tagen war in unserer gemütlichen Chaos-WG nichts anderes mehr Thema. "Vegas Baby!" wurde so wie "ne" (in der deutschen Version) oder "huh" (in der amerikanischen Version) hinter jeden zweiten Satz gehängt - zu Recht!!
Und jetzt saßen Marco und Marieke schon im Flieger auf dem Weg nach Sin City, während Audrey und ich noch 2 nicht enden wollende Stunden in Albuquerque ausharren mussten.... zwei unendlich lange Stunden. Bewaffnet mit einer Tüte Orio Kekse durften wir dann schließlich auch endlich boarden.
Und ich bleibe dabei - der Landeanflug auf Las Vegas ist einer der tollsten, die ich bisher erlebt habe: landen parallel zur Party Meile schlecht hin, dem berühmt berüchtigtem Strip.
Bereits am Flughafen wurden wir von klingelnden und piependen Spielautomaten begrüßt. Für die Limo zum Hotel hats dann leider nicht gereicht, Audrey und ich haben uns für die immer noch teure Variante des Gruppen-Shuttels entschieden... und wurden direkt bis vor den Eingang unserer ägyptischen Luxus Pyramide kutschiert.
Innen drin: die Ägypter in ihren besten Tagen und Marco und Marieke als persönliches Empfangskomitee. Im Luxor fahren alle Fahrstühle schräg und wir hatten das Glück ein Zimmer mit Blick auf eine Sphinx zu ergattern.
Marco der Glückspilz hatte seinen Geburtstag in diesem Jahr in unsere Herbstferien gelegt und so hatten wir am Mittwoch Abend wirklich allen Grund zum feiern - Happy Birthday Marco!! Nachdem wir uns bereits nach 10 Minuten auf dem Strip 100 "VIP-Clubtickets" haben aufschwatzen lassen, begann unsere Party-Tour schließlich bei ... Hooters.
Coyote Ugly war ein absoluter Reinfall, das Tangerin in Treasure Island steigerte unsere Laune (hier wurde Marco 22) und das Tao im Ceasars Palace hat uns schließlich für den Rest der Nacht festgehalten. Hier hat sich wieder einmal gezeigt, das die Deutschen (und Audrey) doch am Party tauglichsten sind. Auf der Tanzfläche bekamen wir spontan Gesellschaft von 2 Studis aus Stuttgart. Auf dem Nachhauseweg musste ich mich schließlich von meinen Schuhen trennen und unsere restliche Vegas Tour barfuß überstehen. Im Venezian haben wir kurz für ein CD-Cover posiert (für den Fall, dass Audrey, Marco, Marieke und ich irgendwann mal gemeinsam 'ne Band gründen :) ), im Ceasars Palace konnten wir heimlich dem wirklich äußerst motivierten Marmorboden-Polierer zuschauen und die Couch im Bellagio hat dann noch mal zum chillen eingeladen...

Tag 2: Ausschlafen, Pizza zum Frühstück und dann nichts wie zum Pool!!!
Die Nacht war, ähmm, ja, eher mittel gut. Aus irgend einem Grund schaltete sich nachts von selbst das Radio ein, ich hatte natürlich vergessen meinen Handywecker auszustellen, um 7 rief "Heitjano" (Jaime und Tatjana) bei uns an (die beiden waren mit dem Morgenflieger aus ABQ gekommen) und wollte reingelassen werden. Danach hatten Audrey und ich plötzlich Marieke bei uns im Bett, weil "Marco smells funny" (man muss zu Marcos Verteidigung sagen, dass das nicht der eigentliche Grund für Mariekes nächtlichen Umzug war).
Also - faules nichts tun war jetzt wirklich mehr als nötig!! Und da Vegas ja in der Wüste liegt konnten wir natürlich auch im Oktober prima in der Sonne brutzeln. Anschließend bin ich mit Audrey den Strip noch einmal bei Tag abgelaufen, um auch wirklich kein Hotel auzulassen (vor allem natürlich nicht das Paris). Im MGM gab es dieses Mal zwei wirklich süße junge Löwen zu sehen und im Tropicana konnten wir jeder ein Set freie Pokerkarten abstauben, nur in die Achterbahn im NewYork NewYork haben wir's leider nicht mehr geschafft. Der M&M Laden und der Coke Laden haben uns wertvolle Zeit gekostet...
Egal, dann kam auch schon der Rest der Gruppe und es wurde aller höchste Zeit für die Präsentation von Marcos Geburtstagsgeschenk: Die 7 Sünden - was auch sonst in Sin City!

Im halb 12 haben wirs endlich "out for dinner" geschafft und Marieke und ich mussten uns unbedingt einen 12 inch frozen Margarita gönnen (den wir nicht mal ansatzweise austrinken konnten :) - aber lecker war er trotzdem und das Glas ist nach wie vor in unserem Besitz).


Anschließend konnte ich endlich mal ins Studio 54 (bei meinem ersten Vegas Besuch hats leider nicht geklappt, weil meine kleinen Brüder einfach noch nicht amerikanisch voll-jährig sind). Und es hat sich wirklich gelohnt: nach 5 Minuten hatte ich mein erstes Frei-Bier und nach 4 Stunden dann mein erstes Frei-Wasser. Auf dem Nachhauseweg haben Audrey und ich im Luxor dann noch schnell einen Dollar von einem Montrealer aus dem Studio 54 verspielt, bevor wir beide schnell noch mal duschen war, um morgens um 6 fit wie 2 Turnschuhe ins nächste Taxi Richtung downtown zu springen. Um 7 war schließlich schon Abfahrt nach Los Angeles. Der örtliche Greyhound Mitarbeiter war mit unseren modernen e-tickets eindeutig überfordert, sowas Merkwürdiges hatte er ja noch nie gesehen. Mit vereinten Kräften haben wir dann aber doch noch die Lesemaschine für unseren Barcode gefunden und konnten diese dann irgendwann auch richtig bedienen. Also dann: Welcome on board und auf durch die Wüste!

Fortsetzung folgt, jetzt ruft die nächste Party - ist ja schließlich Samstag Abend :)

Albuquerque Balloon Fiesta (6.-15. Oktober)
... 800 Ballons und ein breakfast burrito...

Wenn Marco am Samstag Morgen um 4 nicht wie wild an meiner Tür gekloppft hätte, hätte ich wahrscheinlich verschlafen.
Nachdem Donald uns zum Glück mit dem Auto der Franzosen über den Zugang der Piloten und Crewmitglieder bis in beachtliche Nähe des Ballon-Start-Feldes bringen konnte, haben wir den Rest des Weges dann trotzdem noch zu Fuß zurück gelegt.
Völlig schlaftrunken sind Audrey, Marco und ich schließlich bei konstantem Nieselregen noch vor Sonnenaufgang an langen Auoschlangen vorbei gewandert - auf der Suche nach dem Fußweg. Während sich links von uns die wartenden Autos nur so stapelten, bekamen wir nur selten andere Fußgänger zu sehen, so dass wir uns schließlich mehr oder weniger auf eigene Faust unseren Weg zum Ort des Geschehens suchen mussten. Nur gut das Marco in seinem früheren Leben mal Fährtenleser war. Audreys Orientierungssinn ist ungefähr genau so stark ausgeprägt wie meiner.
Vorbei an großen und kleinen Wohnwagen mit und ohne Anhänger aus allen amerikanischen Bundesstaaten und durch den Vorgaten eines provisorisch aufgebauten Biergartens landeten wir schließlich auf unserer großen grünen Fläche. Am oberen Rand hatten die ersten Amerikaner bereits ihre Klappstühle aufgebaut und verbreiteten früh morgendliche Picknick Stimmung. Uns war eigentlich noch nicht nach Essen zu Mute und so haben wir uns die Zeit bis zum Start der ersten Ballons mit dem Begutachten von Ballon -mützen, -stickern, -shirts, -anhängern und -spielzeug vertrieben.
Einer wunderschöner rot-orange-gelber Sonnenaufgang über den Bergen leitete schließlich das Spektakel ein. Begleitet von der amerikanischen Nationalhymne startete der erste Ballon - mit ihm erhob sich eine riesige USA Flagge in den noch bewölkten Himmel.
Tja und dann ging's los. Ballons über ballons, bunte, grüne, gelbe, gestreifte - einfach alles. Um uns herum wuchsen Ballons wie Pilze aus dem Boden. Aus allen Richtungen hörte man das Geräusch von riesigen Bunsenbrennern, die daran arbeiteten die Ballons mit heißer Luft zu füllen. Ab und an mussten wir den Standpunkt wechseln, um Platz für einen neuen wachsenden Ballon zu machen.

Marco hat sich schließlich in den Pepsi-Dose-Ballon verliebt und wollte ihm nicht mehr von der Seite weichen. Während der Start der Pepsi Dose geglückt ist mussten andere "special shape" Ballons nach einem langen erbitterten Kampf dann doch aufgeben. Obwohl Albuquerque dank seiner kühlen Nächte optimale Ballonflug Bedingungen bietet, haben es die Well's Fargo Kutsche, eine riesige Bulldoge und ein paar Kuscheltier-Ballons dann doch nicht nach oben geschafft.

Trotzdem ziehrten am Ende ca. 800 Ballons den Himmel über Albuquerque - einfach Wahnsinn. Der Hundefutterdose-Ballon am Himmel wirkte eigentlich nicht besonders Appetit anregend, aber uns überkam dann schließlich doch der Hunger. Es war endlich mal Zeit für unseren ersten breakfeast burrito. Eine Tortilla gefüllt mit Rührei, Kartoffeln, gebratenem Speck und grünem Chilli und das alles in warm. Wirklich lecker und es gehört zu den Gerichten, die man auch nur in New Mexico zu essen bekommt. Marco musste sich anschließend wie immer noch eine Tüte grüne Zuckerwatte gönnen.
Nach einem Abstecher auf einen Hügel in der Nähe für den abschließenden Gesamteindruck haben wir uns dann ganz schnell wieder auf den Weg zurück in unsere Betten begeben (und sind dann den Rest des Tages auch nur gelegentlich wieder aufgestanden ;) ).