8 Stunden früher...

Saturday, September 02, 2006

Unialtag in New Mexico -
also eigentlich wie back to High School.

Mein Stundenplan gönnt mir theoretisch eigentlich relativ viel Freizeit... EIGENTLICH - wenn da nicht zahllose Quizzes, Tests, Assignments und alle vier Wochen ein Exam (pro Fach natürlich) währen. Dafür ist aber jeder Professor unheimlich darum bemüht den Stoff wirklich jedem einzelnen persönlich einzubimsen. Keine Stunde ohne 10faches Nachfragen seitens des Profs, ob auch wirklich keine Fragen mehr offen sind. Das Unterrichtsklima ist wirklich angenehm und man befindet sich hier bereits in der post-PowerPoint Generation. Welches Genie kann schon 60 Folien mit hochkomplizierten biochemischen Zusammenhängen innerhalb von 45 Minuten verinnerlichen? Niemand! An der University of New Mexico hat man das begriffen, hier wird wieder mit Kreide an Tafeln geschrieben. Und ja es ist tatsächlich möglich die Wechselwirkung zwischen einem helix-turn-helix Motiv und der major groove auch zweidimensional mit nur wenigen Strichen verständlich darzustellen...

der UNM Campus


Aber die wirklich große Herausforderung der Marco und ich uns dieses Semester stellen müssen ist "Data Structures with Java", ein Kurs für Computer Freaks mit mindestens einjähriger Programmiererfahrung *schluck*! Gibt es irgendjemanden unter euch, der sich bereit erklären würde mir für die nächsten 4 Monate als online Java-Tutor zur Seite zu stehen?? Für unser "Quickie#1" habe ich sage und schreibe 12 Stunden gebraucht. Und jetzt liegt schon "Quickie#2" auf meinem Schreibtisch. Ich soll das Computerspiel "HotPotato" programmieren - naja, eigentlich soll ich nur einen bereits bestehende Code vervollständigen. Das erweist sich aber schon als schwierig genug... Ich verstehe nicht wie kleine Jungs immer wieder auf die Idee kommen "Computer Spiele Programmierer" wäre ihr absoluter Traumjob - ich kann Constructors, Strings und Method Invocations leider nur herzlich wenig abgewinnen.

Aber genug Uni für heute. Und alles in allem waren meine ersten beiden Wochen an der UNM auch durchweg positiv. Ich lerne jetzt Salsa und war am Freitag bei meiner ersten Joga Stunde - ich glaube ich hab' zum ersten Mal in meinem Leben Muskelkater im Nacken.

Heute sind wir mit der BAHN (ein richtig schicker neuer Regionalverkehrszug mitten in der amerikanischen Wüste!) zum Wein Festival nach Bernalillo gefahren. 6 Stunden lang Weinprobe an Weinprobe. Audrey (meine französische Nachbarin) hat insbesondere Gefallen am neu mexicanischen Gewürztraminer gefunden - diese Weinsorte war mir absolut neu. Die Amerikaner neigen übrigens dazu Wein mit wirklich allem zu mischen. Wein ist hier wie bei uns Schokolade. Während wir Zartbitter-Pfeffer oder weiße Schokolade mit Curry, Cocus und Banane kaufen, trinkt man hier grünen Wein mit Limettengeschmack, "Strawberry Kiss" oder "Black Beauty".
Mein Favorit des Tages: White Merlot!
Nach 3 Stunden konnten die meisten schon keinen Wein mehr sehen, aber Marieke und Paolo (unser Italiener) haben tapfer bis zum bitteren Ende weiterprobiert. Unsere Probiergläser durften wir übrigens behalten. Unsere WG verfügt jetzt also auch über 3 Weingläser mit Erinnerungswert :).

von links nach rechts (hinten zuerst): Marcos (aus ABQ), Marieke, Paolo, Tabea, Audrey

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