8 Stunden früher...

Monday, October 02, 2006


Nein - wir waren nicht Skilaufen, aber auf dem größten zusammenhängenden Wander-Sanddünen Feld der Welt. 300 Quadratmeilen nichts als Sand, vier hartnäckige Wüstenpflanzen und die wahrscheinlich einzige Kolonie weißer Marinenkäfer.

Direkt neben einer Missileabschuss-Basis der Amerikaner und fast schon in Mexiko liegt

White Sands!!


Nachdem Marco seinen Arm bereits am Visitors' Center in den erstbesten Kaktus gerammt hatte, wollten wir uns eigentlich dem "Big Dune Trail" stellen. Eigentlich. Nach 3 Minuten konnten wir dem Sand dann einfach nicht mehr wiederstehen und wir haben uns Hals über Kopf ins Vergnügen gestürzt. Keine Düne war zu hoch um sie nicht herunter zu springen, runter zu rutschen oder auf allen vieren wieder hochzuklettern.
Ich habe noch nie so viel absolut weißen sauberen super schönen Sand auf einem Haufen gesehen. Marco hat ungefähr hundert Mal erwähnt, dass der Harz im Winter genauso aussieht und seine Oma mit Sicherheit darauf schwören würde, das es sich um Schnee und nicht um Sand handelt.

Aber es war dann tatsächlich Sand! Also haben Audrey, Marco und ich natürlich wie wild in der Gegend herum fotografiert, um auch wirklich jedes Sandkorn für die Ewigkeit zu konservieren. Dank 6 Liter Arrowhead (Bergquellwasser aus Kanada) haben wir uns bei ca. 28°C bis zum Sonnenuntergang köstlich amüsiert.

Fast jede Wanderdüne zeigt jetzt unsere Fußspuren, Handabdrücke einen Schneeengel made by Audrey oder sogar den Zitronensäure Zyklus...
Ranger Trevor auf unserem Sunset Stroll hat unserem Trip in die Traumwüste zum Abschluss dann noch einen gewissen intellektuellen Anspruch verliehen: Nicht Wasser sondern Stickstoff ist der kostbarste Rohstoff dieser Wüste. Während die wenigen Wüstenpflanzen problemlos ausreichend große Grundwasser Reserven anzapfen können, sind sie im Bezug auf Stickstoff auf Cyanobakterien angewiesen. Cyanobakterien leben zwischen den Wanderdünen in der "cryptobiotic crust" und fixieren Stickstoff aus der Luft, auf den die Pflanzen dann zurück greifen können. Wirft eine sich nähernde Wanderdüne dann seinen Schatten auf die Pflanze, so beginnt diese wie verrückt an Höhe zu gewinnen, um nicht unter den Sandmassen begraben zu werden. Nach Aussage eines anderen Touristen würden eine nukleare Katastrophe ausschließlich Kakalaken, Ratten und Jaka - die Nationalpflanze New Mexikos - überleben.


ein Jaka Prachtexemplar

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